Disney-Plus-Kritik «Fosse/Verdon»: Brillantes Künstlerpaar

Disney-Plus-Kritik «Fosse/Verdon»: Brillantes Künstlerpaar

„Fosse / Verdon“ taucht in die glamouröse New Yorker Broadway-Szene der 50er bis 70er Jahre ein. Der Fokus liegt auf der außergewöhnlichen Beziehung zwischen zwei herausragenden Persönlichkeiten des Showgeschäfts: Bob Fosse und Gwen Verdon. Die geschäftige Miniserie zeigt diese höchst kreative Verbindung mit emotionalem Gewicht, untergräbt jedoch Verdons Erfolge.

Rückblick auf die Serie von Björn Schneider

Es ist Liebe auf den ersten Blick, wenn sich Bob Fosse (Sam Rockwell) und Gwen Verdon (Michelle Williams) treffen. Er ist der visionäre Regisseur für Film und Theater. Sie, der idealistische Tänzer, der am Broadway zum großen Bühnenstar wird. Beide heirateten 1960 und hatten in den folgenden Jahren große Erfolge bei Shows. Ihre gemeinsame Zeit ist aber auch von Schmerz und Trennung geprägt. Sie blieben jedoch enge und künstlerische Freunde bis zu Fosses Tod im Jahr 1987.

Die Serie konzentriert sich zu sehr auf die Leistungen von Fosses. – Filmkritiker Cineman Björn Schneider

„Fosse / Verdon“ ist eine Miniserie mit acht Folgen, die der Partnerschaft (beruflich und privat) der beiden Hauptfiguren gewidmet ist. Es zeigt die kreative Verbindung zwischen diesen beiden brillanten künstlerischen Persönlichkeiten in Form von Rückblenden über mehrere Jahrzehnte.

Die erste Folge bietet bereits einige der legendärsten Choreografien und Szenen, die Fosse und Verdon gemeinsam geschaffen haben (z. B. Aus «Kabarett»). Die ikonische Musik („Big Spender“) und die Titelsongs transportieren Sie in dieser legendären Zeit sofort akustisch. Eine Phase in der Geschichte der amerikanischen Theaterkunst, die von einem großen Publikum dominiert wurde und auf die Fosse und Verdon einen entscheidenden Einfluss hatten.

Die Produktion zeigt ihre emotionalen Stärken in melodramatischen Momenten und kontroversen Szenen und erarbeitet gekonnt, was das Besondere an der Beziehung zwischen Fosse und Verdon ist. – Cineman Filmkritiker Björn Schneider

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Die Serie macht kein Geheimnis aus Fosses Genie. Er porträtiert den Obsessiven als talentierten Beobachter in einer Vielzahl von Disziplinen: als Regisseur, Choreograf – und als Cutter. Es ist das Verdienst der Schöpfer, dass sie sich mit Fosses Fähigkeiten im Schnittraum befassen, da diese Tatsache bei der Betrachtung der Arbeit seines Lebens oft übersehen wird.

Rockwell gibt seiner ambivalenten Figur Tiefe und überzeugt mit einer zufälligen Anzeige. Die ausdrucksstarke Michelle Williams ist ihm keineswegs unterlegen, aber sie muss auf eine Ungerechtigkeit aufgrund des Drehbuchs hinweisen: Die Serie konzentriert sich zu sehr auf Fosses Leistungen. Verdons Beiträge zu Welthits wie „Chicago“, die sich nicht nur auf das Tanzen beschränkten, mussten weiter ausgearbeitet werden. Darüber hinaus verwendet „Fosse / Verdon“ einige abgenutzte Klischees, wie die des überfüllten und rein gewinnorientierten Hollywood-Produzenten.

Die Produktion zeigt jedoch ihre emotionale Stärke in den melodramatischen Momenten und Konfliktszenen, die gekonnt herausarbeiten, was das Besondere an der Beziehung zwischen Fosse und Verdon ist: Es war eine intensive Beziehung, die von großer Liebe und Respekt für einander geprägt war, aber auch aus Ambitionen.

„Fosse / Verdon“ ist ab dem 2. April auf Disney + erhältlich.

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