Herbe Enttäuschung bei Netflix

Herbe Enttäuschung bei Netflix

Netflix galt als einer der großen Gewinner der Corona-Krise. Mitten in der Pandemie hat der Videodienst im vergangenen Jahr mehr neue Abonnenten gewonnen als jemals zuvor in seiner Geschichte. Ende 2020 hatte es erstmals mehr als 200 Millionen zahlende Kunden. In der Zwischenzeit gab es jedoch Anzeichen dafür, dass die Dynamik neuer Kunden die zukünftige Nachfrage vorhersagt und das Unternehmen vor einer Korona steht.

Dies wurde nun im ersten Quartal bestätigt und noch stärker als befürchtet: Netflix war am Dienstag nach Marktschluss bitter enttäuscht von seinen Zahlen. In den letzten drei Monaten betrug die Anzahl der Abonnenten etwas weniger als vier Millionen oder zwei Millionen weniger als das Unternehmen im Januar prognostiziert hatte.

Als sich die Pandemie erholte, gab es im ersten Quartal 2020 fast 16 Millionen neue Kunden. Für das zweite Quartal prognostiziert Netflix sogar eine weitere Verlangsamung und erwartet nur eine Million weitere Abonnenten, was weit hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb. Der Aktienkurs des Unternehmens verlor nach Stunden vorübergehend mehr als zehn Prozent seines Wertes im offenen Handel.

Geringes Angebot durch coronabedingte Produktionsprobleme?

Geringes Angebot durch coronabedingte Produktionsprobleme?

Netflix machte sich für die Nachfrage nach einem langsameren Abonnentenwachstum verantwortlich. Darüber hinaus brachte das Unternehmen aufgrund von Produktionsstörungen durch Pandemien eine relativ kleine Anzahl neuer Filme und TV-Shows zum Angebot. Dieser Effekt wird sich im ersten Halbjahr bemerkbar machen. Read also : Artikel 9 Netflix-Tipps für den April. In der zweiten Jahreshälfte werden jedoch viele neue Inhalte aktualisiert und die Produktion wird nun fast überall auf der Welt stattfinden. Daher gibt das Unternehmen auch Hoffnung, dass es nur eine vorübergehende Beule erleben und in der zweiten Jahreshälfte wieder ein schnelleres Wachstum der Kundenzahl verzeichnen kann.

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Die Verlangsamung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Netflix einem viel intensiveren Wettbewerb ausgesetzt ist. Das erste ist Disney +, die Videoplattform der Unterhaltungsgruppe Walt Disney, die seit ihrer Einführung vor fast anderthalb Jahren mehr als 100 Millionen Abonnenten oder halb so viele wie Netflix erhalten hat. Disney hat seine Erwartungen weit übertroffen und versprach zunächst, diese Marke erst nach 2024 zu erreichen. Es gibt auch mehrere neue Wettbewerber, wie die HBO Max-Plattform der AT & T-Telekommunikationsgruppe, die vor etwas weniger als einem Jahr eingeführt wurde.

Netflix hingegen erklärt in seinem Quartalsbericht ausdrücklich, dass ein intensiver Wettbewerb nicht der Hauptgrund für sein eigenes verlangsamtes Wachstum ist. Als Beispiel weist das Unternehmen darauf hin, dass sich die Anzahl der Abonnenten in allen Regionen der Welt ähnlich entwickelt hat, auch wenn der Wettbewerb weniger intensiv ist. Der Analyst Eric Haggstrom von der Marktforschungsgruppe Emarketer sieht die Zahlen von Netflix als besorgniserregend an, insbesondere im Hinblick auf den Wettbewerb – und ein mögliches Zeichen dafür, dass das Unternehmen in seinem wichtigen amerikanischen Markt eine Sättigung erreicht.

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