Motorradlärm sorgt vielerorts wieder für Streit

Motorradlärm sorgt vielerorts wieder für Streit

Seit Jahren beschweren sich Anwohner auf beliebten Motorradrouten über brüllende Motorräder, während Radfahrer sich für eine faire Debatte einsetzen.

Auf beliebten Motorradrouten in der Eifel, im Schwarzwald oder in den Ausläufern der Alpen gibt es jedes Jahr einen Streit um zweirädrigen Lärm. Die Bewohner sehen ihre Gesundheit gefährdet, die Fahrer fühlen sich kontrolliert. Können leisere Motoren und Abgassysteme das Problem lösen?

Berlin (dpa) – Während des langen Aufstiegswochenendes steigen Tausende von Radfahrern wieder auf ihre Fahrräder und begeben sich auf beliebte kurvenreiche Motorradrouten. Für die direkten Bewohner der Biker-Hotspots ist der Rest des Urlaubs oft vorbei.

Wenn 1000 Motorräder und mehr an einem einzigen Tag an der Terrasse vorbei donnern, wie an sonnigen Tagen an einigen Orten im Schwarzwald oder auf der Schwäbisch Alb, fürchten die Nachbarn um ihre Gesundheit und den Wert ihres Eigentums. Auf der anderen Seite gibt es die legitimen Freizeitwünsche der Motorradfahrer – ein permanenter Konflikt, der jedes Jahr mit Beginn der Motorradsaison wieder zum Leben erweckt wird und hart umkämpft wird.

Motorrad-Hotspots gibt es in Bergregionen des Sauerlandes und der Eifel, im Schwarzwald, in der Schwäbisch Alb, zum Beispiel im Lautertal, im Alpenvorland und auf dem Feldberg in Hessen. Der Bundesverband der Motorradfahrer listet rund 30 Strecken auf, die an Wochenenden oder vollständig für Motorradfahrer gesperrt sind, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Darüber hinaus sind mehrere lokale Passagen für Zweiräder und Nachtverbote gesperrt.

Die Schlösser beschäftigen die Gerichte. In vielen Fällen werden sie gesammelt – zum Beispiel hat das Oberste Verwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen vor fast zwei Jahren ein Sommerverbot für Motorräder auf einer Straße im Märkischen Kreis als unverhältnismäßig groß verboten.

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Auf Initiative der Anwohner gibt es landesweit viel mehr Lärm-Hotspots als Straßensperren – rund 90 sind in der BUND-Arbeitsgruppe für Motorradlärm aufgeführt.

“Der Lärm nervt die Menschen auf der Straße, macht sie krank und wertet ihr Eigentum ab”, beklagt sich der Sprecher der Arbeitsgruppe, Holger Siegel. Vor allem kritisieren die Bewohner die Tatsache, dass einige Motorradfahrer ihre Zweiräder absichtlich durch Manipulation des Auspuffs größer machen. Abgasklappen, die während der Fahrt geöffnet werden können, ermöglichten es den Werten, den Regeln des Prüfstands und “unerträglichem Lärm” auf der Straße zu entsprechen, sagt Siegel.

Der Bürgermeister des Motorrad-Hotspots Nideggen in der Eifel, Marco Schmunkamp, ​​berichtet, dass polizeiliche Volumenmessungen beim Anhalten von Motorrädern häufig nicht rechtsgültig sind. Und das “Blinken” vorbeifahrender Zweiräder wird durch das Fehlen von vorderen Nummernschildern erschwert. Der Verband von rund 40 betroffenen Gemeinden “Silent Rider”, auf dessen Tisch Schmunkamp sitzt, verlangt daher PIN-Codes auf den Fahrerhelmen, um den Fahrer vor sich zu identifizieren und die rechtliche Möglichkeit, manipulierte Motorräder sofort zu schließen.

Die Motorradfahrer sind auch in mehreren Verbänden gut organisiert. In einem Strategiepapier bei einem Treffen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in der vergangenen Woche wiesen sie die Vorwürfe zurück. Mit fast 4,4 Millionen Zweirädern mit Nummernschildern ist das Sicherheitsbewusstsein hoch und die Zahl der tödlichen Unfälle ist seit vielen Jahren rückläufig. Motorrad ist ein milliardenschwerer Wirtschaftsfaktor – nicht nur für die Industrie, sondern auch für Tourismus und Gastronomie und darüber hinaus ressourcenschonender als das Fahren nach Angaben des Bundesmotorradverbandes.

Motorradfahrer fordern, dass Fahrer, die den Auspuff einschalten, unnötig den Gang hochdrehen und Straßen missbrauchen, da Rennstrecken durch verstärkte Kontrolle angehalten werden müssen. Die bestehenden Vorschriften reichen für diese Kontrolle aus, es wird jedoch mehr Personal von den örtlichen Behörden benötigt. Ein Motorrad kann bereits beschlagnahmt werden, wenn es für illegale Straßenrennen verwendet wird.

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Lösungen werden zwischen den beiden Lagern diskutiert. “Wir wollen keine Streckensperrungen”, betont Silent Rider-Vorstandsmitglied Schmunkamp. Das würde die 90 Prozent der Fahrer bestrafen, die sich an alle Regeln halten. Seine Stadt lebt vom Tourismus. “Wir begrüßen Motorradfahrer, aber keine Kämpfer – sie gehören auf den Nürburgring.”

Verständnis auch unter Motorradfahrern: Radfahrer müssen auch alte Modelle beisteuern und überwinden, heißt es in der Zeitung des Motorradfahrers: “Ein satter Klang bedeutet nicht, dass Dritte nervt.”

Darüber hinaus sind neue Motorräder aufgrund strengerer europäischer Grenzwerte bis Ende 2020 bereits viel leiser geworden, betont der Geschäftsführer des Verbandes der Motorradindustrie in Deutschland, IVM, Reiner Brendicke – wenn sie nicht manipuliert werden, denken Sie daran.

Der einfachste Weg, die Geräuschemissionen zu regulieren, besteht darin, einfach mit der Hand auf den Gashebel zu drücken, betont der ADAC. Damit die Fahrer beim Fahren durch die Stadt niedrige Gänge vermeiden und den Motor nicht brüllen lassen, bietet der Club den Gemeinden jetzt kostenlose Schilder an, die auf Anfrage angebracht werden können: “Leise fahren, Lärm sparen” – oder auffälliger: “Bitte nicht brüllen” ! “.