Netflix-Kritik «Die Mitchells gegen die Maschinen»: Chaosfamilie als letzte Hoffnung

Netflix-Kritik «Die Mitchells gegen die Maschinen»: Chaosfamilie als letzte Hoffnung

Ursprünglich für die große Leinwand gedacht, jetzt aber fast überall nur auf der kleinen Leinwand verfügbar: Der turbulente Animationsstreifen „The Mitchells vs. the Machines“ ist einer von vielen Filmen, deren weit verbreitete Kinoveröffentlichung der Corona Pandemic verhindert wurde.

Filmkritik von Christopher Diekhaus

Netflix hat über 100 Millionen US-Dollar für den Erwerb der Rechte ausgegeben. Eine anständige Hausnummer und ein klares Zeichen für die Konkurrenz, dass Sie keine Angst vor der immer härter werdenden Streaming-Konkurrenz haben. Neue Spieler können in den Markt eintreten. Natürlich ist das Unternehmen mit Sitz in Los Gatos, Kalifornien, noch lange nicht bereit, seine Position als Marktführer aufzugeben, und kauft daher eifrig, manchmal prestigeträchtige Produktionen, die von den Hollywood Studios übertragen werden können.

In der zweiten Hälfte werden die Charaktermomente zunehmend von brillanten Action-Sequenzen abgedeckt. – Cineman-Filmkritiker Christopher Diekhaus

Mit „Die Mitchells gegen die Maschinen“ präsentiert Netflix nun eine animierte Komödie, die sicherlich nicht perfekt ist, aber dennoch humorvoll, lebhaft und visuell flackert. Viele der darin enthaltenen Story-Elemente kommen mir bekannt vor. Und es fehlen spezifische Filmreferenzen. Inhaltlich gibt es dafür jedoch gute Gründe. Der Fokus liegt auf der jungen Katie Mitchell (Stimme im Original: Abbi Jacobson), die, wie sie uns von Anfang an erzählt, von dem Medium „Film“ aus der Kindheit fasziniert war. Ihre Umgebung zeigte jedoch wenig Verständnis für ihre große Leidenschaft. Und so fühlte sie sich von klein auf wie eine Außenseiterin.

Wenn Katie in eine Filmschule aufgenommen wird, ist die Freude grenzenlos. Schließlich kann sie mit anderen Film-Nerds Geschäfte machen und muss sich nicht mehr die ganze Zeit mit ihrer chaotischen Familie auseinandersetzen. Kurz vor Beginn der neuen Lebensphase gibt es erneut eine Diskussion mit dem Wildtiervater Rick (Danny McBride), der wenig Liebe zu ihren filmischen Ambitionen hat und versehentlich ihren Laptop zerstört, um Katie zu irritieren. Am nächsten Morgen möchte er Faux Pas mit einer besonderen Überraschung entschädigen: Anstatt allein zur Universität zu fliegen, sollte seine Tochter einen versöhnten Roadtrip mit der ganzen Familie unternehmen. Unterwegs sind die Mitchells jedoch erstaunt, als plötzlich eine Roboterapokalypse über die Welt fällt.

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Der schnellste Film enthält eine Reihe bizarrer Ideen und verschiedene präzise Gags, die den Spaßfaktor hoch halten. – Cineman-Filmkritiker Christopher Diekhaus

Als Filmfan findet sich Katie unerwartet mit ihrem Favoriten in einem Filmszenario wieder, das an James Camerons Science-Fiction-Action „The Terminator“ erinnert, aber auch von anderen Genres und Drehbüchern konzipiert wurde. George A. Romeros Horror-Parabel „Dawn of the Dead“ wird in einer Passage eines Einkaufszentrums zitiert, die unsere zunehmend vernetzte Welt auf humorvolle Weise verspottet. Alle Arten von Haushaltsgeräten, ausgerechnet Dinge, die von einem fiktiven Technologieriesen mit einem Smart Chip implantiert wurden, sind Horror.

Der von Michael Rianda und Jeff Rowe entwickelte Film kombiniert die Revolution der Technologie, die bereits in vielen Werken gespielt wurde, mit einem emotionaleren Faden, der zwei Charaktere auf eine Konvergenzreise schickt. Katie und ihr Vater müssen lernen, sich während der Unruhen, in denen die Mitchells plötzlich die unwahrscheinlichen Hoffnungen aufgeben, zu verstehen und zu respektieren. Mutter oder Frau Linda (Maya Rudolph) und Bruder oder Sohn Aaron (Michael Rianda) haben in der Regel Schlüsselwörter ohne nennenswerten Entwicklungsspielraum.

Der Weg von Katie und Rick zu neuem Wissen ist manchmal etwas stereotyp. Besonders in der zweiten Hälfte werden die Charaktermomente immer mehr von brillanten Action-Sequenzen abgedeckt. Und im Laufe der Zeit geht eine gewisse Willkür – mit anderen Worten: alles geht prinzipiell – in die Geschichte ein. Gleichzeitig bringt der rasante Film einige bizarre Ideen und verschiedene präzise Gags hervor, die den Spaßfaktor hoch halten. Es muss gewöhnungsbedürftig sein, aber im Kontext des Figurenzeichnens ist das farbenfrohe Design, das mit verspielten Elementen bespritzt ist, konsistent. Katies Vorwand für lustige Amateurflacker und Meme springt im Film selbst hin und her. Manchmal hat man wirklich das Gefühl, in einem erweiterten YouTube-Video mit Farben und Symbolen gelandet zu sein.

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„The Mitchells Against the Machines“ ist jetzt auf Netflix verfügbar.

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