RKI: Besorgniserregende Corona-Mutanten bei fast 95 Prozent

RKI: Besorgniserregende Corona-Mutanten bei fast 95 Prozent

In Deutschland wurde nur ein Bruchteil der Färbungen auf die Coronavirus-Variante getestet.

Laut RKI war die Entwicklung fast ausschließlich auf die ansteckendere britische Variante zurückzuführen. Die Abschwächung des Vorfalls nach sieben Tagen war laut einem Bericht nicht zu erwarten.

Berlin (dpa) – Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist der Anteil der als besorgniserregend eingestuften Coronavirus-Varianten in aus Deutschland untersuchten Proben auf fast 95 Prozent gestiegen.

Diese Entwicklung ist ausschließlich auf die ansteckendere Variante B.1.1.7 zurückzuführen, die Ende 2020 in Großbritannien entdeckt wurde, schrieben RKI-Wissenschaftler in einem Bericht. Aufgrund dieses hohen Anteils dürfte sich der Anstieg der Inzidenz um sieben Tage nicht abschwächen.

In einer Umfrage eines Labornetzwerks wurde der Anteil von B.1.1.7-Mutanten von etwa 93 Prozent aufgezeichnet, sagte er. Die Informationen beziehen sich auf mehr als 54.000 Proben vom 12. bis 18. April. Diese rasche Änderung der Dominanz dieser Varianten sei „nach heutigem Kenntnisstand nicht zu erwarten“, so das RKI abschließend.

Dem Bericht zufolge ist eine andere als besorgniserregend eingestufte Variante im Land weiterhin selten: „Keine starke Verbreitung“ der in Südafrika gefundenen Variante B.1.351 sei zu beobachten gewesen, sagte er. „Die P.1-Variante wurde in Deutschland bisher nur sporadisch gefunden.“ P.1 ist in Brasilien weit verbreitet und ähnelt der südafrikanischen Variante. Für B.1.351 zeigen laut RKI mehrere Studien, dass diejenigen, die sich erholt haben und geimpft wurden, weniger vor Infektionen geschützt sind.

„Nach heutigem Kenntnisstand schützen alle derzeit in Deutschland erhältlichen Impfstoffe gut vor Krankheiten, die durch B.1.1.7 verursacht werden, und auch vor schweren Krankheiten, die durch andere Varianten verursacht werden“, erklärte RKI auf seiner Website.

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Das RKI berichtet auch über Indiens Variante B.1.617, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachtet wird und noch nicht als bedenklich eingestuft ist. „Diese Variante wurde erstmals im indischen Bundesstaat Maharashtra entdeckt und verbreitete sich dort schnell“, erklären die Autoren. Sie sind auch in anderen indischen Staaten im Umlauf und wurden sporadisch in Großbritannien und Deutschland gefunden. Es gibt 21 Zertifikate für Deutschland.

In diesem Land testete nur ein Bruchteil der Stichprobe die Variante.

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