Trauerfeier für Willi Herren in Köln

Blick auf das Grab von Willi Herren am Melatenfriedhof. Der Schauspieler und Sänger Willi Herren starb am 20. April.

Ungefähr zwei Wochen nach seinem Tod ist der Schauspieler Willi Herren in Köln begraben. Die Beerdigung macht noch einmal deutlich, warum der Schauspieler zu Lebzeiten ein gern gesehener Gast im Fernsehen war.

Köln (dpa): Die letzte Reise von Willi Herren führt ihn an einem Porträt des hl. Franz von Assisi vorbei, eines Einsiedlers, der für sein Leben voller Entsagung bekannt ist.

Mit einem nachdenklichen Blick wacht der Heilige neben dem Trauerraum des Kölner Melatenfriedhofs auf, als er in einem schwarzen Sarg, der von einer Pferdekutsche getragen wird, an Herren vorbeikommt. Vor der Tür halten Fotografen und Fernsehteams ihre Kameras bereit. Auf dem Friedhof klatscht eine Menschenmenge rhythmisch in die Hände. Tränen fließen. Kommen Sie Willi Herren nicht zu nahe, wenn Sie sagen: Er hat kein Leben als Einsiedler geführt. Dies zeigt sich auch im Tod.

Willi Herren, der seine Fernsehkarriere als Bösewicht “Olli Klatt” aus der ARD-Serie “Lindenstraße” begonnen hatte, wurde vor etwa zwei Wochen im Alter von nur 45 Jahren tot in seiner Wohnung aufgefunden. Die genaue Ursache ist noch unbekannt, aber die Autopsie ergab keine Hinweise auf äußere Gewalt. Daher kann es jetzt begraben werden.

Die Trauerfeier am Mittwoch ist so gestaltet, dass es den in Köln als Teil einer Großfamilie geborenen und selbsternannten „Fröhlichen Köln“ gefallen hätte. Die dominierenden Farben sind Rot und Weiß, die auch auf dem Wappen der Stadt Köln zu finden sind. Auf dem Sarg steht auf der einen Seite “Kölsche Jung” auf der Kölner Silhouette einschließlich des Doms und auf der anderen Seite “Tschüss, Ciao und auf Willisehen”. Es klingt fast wie ein Hit, von dem einige die Herren zu Lebzeiten gesungen haben.

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Abgesehen von der eigentlichen Trauerfeier spiegelt die Beerdigung auch ein wenig das Leben von Herren wider. Drogenskandale, die Trennung seiner Frau, von Zeit zu Zeit fragwürdige Erscheinungen: Er war nie wirklich ruhig. Aus diesem Grund war er auch ein willkommener Teilnehmer in vielen Reality-TV-Formaten, in denen er ohne Luft beleuchtet wurde. Deshalb haben es viele Leute, die jetzt auf den Friedhof gegangen sind, gemocht. Aber Irritationen waren immer dabei.

Auch vor der Friedhofstür kratzt man sich manchmal überrascht am Kopf. Genau wie in den letzten Wochen, als es nach dem Tod von Herren platzte und sein kartoffelfressender Lastwagen, den er kürzlich öffnete, erneut brannte, scheinen einige Dinge eine direkte Erweiterung des Reality-Fernsehens zu sein.

Plötzlich stellen sich zum Beispiel zwei Bestatter vor der wartenden Kameraausrüstung auf. Einer von ihnen, der Chef, sagt, er sei ein Freund von Rittern gewesen. Jetzt sind sie für die Pferde und die Kutsche verantwortlich, aber nicht für die gesamte Beerdigung, weil es sie zu einer anderen Firma macht. Er kommentiert kritisch: „Es gibt ein bisschen Verwirrung. Niemand weiß, wer hier was zu sagen hat. “Der Geschäftsführer des anderen genannten Unternehmens widerspricht auch den Journalisten:” Alles läuft wie geplant. “

Sicher ist, dass es sich um eine prächtige Kutsche handelt, die die Ritter zum Grab führt. „Achten Sie besonders auf die Hufe“, erklärt einer der beiden Bestatter, der einen verdrehten Schnurrbart trägt. „Alles ist sehr poliert! Wir haben zwei Gefährten, die Willi jeweils ihre letzte Ehre erweisen und 1250 Kilo wiegen.

Die Menge ist auch berühmt. Wenn ein Journalist einen Mann fragt, wie er heißt, sagt er kurz und bündig: “Ich bin” The Long Tünn “. In ziviler Hinsicht heißt “Der Lange Tünn” eigentlich Anton Claaßen, ist die sogenannte Videospiel- und Glücksspiellegende in Köln. Und ein Freund von Willi. “Willi war einfach einzigartig”, erklärt er. Es hatte immer noch harte Kanten: Die Menschen sind heute zu „rutschig“. “Leute wie Willi sterben aus. Leider “, sagt Long Tünn. “Es gehört zu Köln wie der Kölner Dom.”

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Mit dem Anblick von Herrengrab wollen sie ihm am Ende zustimmen. Es ist nur wenige Schritte von der typischen lokalen Kölner Ikone, dem beliebten Schauspieler Willy Millowitsch, entfernt. Es ist schwierig, nach dem Tod mehr für einen Einwohner in Köln zu bekommen.

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