US-Abzug aus Afghanistan: Experte warnt vor Al-Kaida

US-Abzug aus Afghanistan: Experte warnt vor Al-Kaida

Der Terroristenexperte Guido Steinberg, der 2016 hier in Berlin warnt, warnt vor einem möglichen Wiederaufleben der dschihadistischen Al-Qaida in Afghanistan.

Am 2. Mai 2011 ermordete eine US-Spezialeinheit den Al-Qaida-Chef Osama bin Laden. Zehn Jahre später ist das Terrornetzwerk immer noch aktiv. Der Rückzug der USA aus Afghanistan könnte ihm bald neue Möglichkeiten bieten.

Berlin / Kabul (dpa) – Zehn Jahre nach dem Tod des Al-Qaida-Chefs Osama bin Laden warnt der Terrorexperte Guido Steinberg vor einem möglichen Wiederaufleben der Dschihadisten.

Nach dem geplanten Rückzug der USA aus Afghanistan wird es schwierig sein, die Extremisten dort zu bekämpfen, sagte der Mitarbeiter der Berliner Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) der deutschen Nachrichtenagentur. Darüber hinaus haben die militanten islamistischen Taliban keinen Grund, ihr Bündnis mit Al-Qaida aufzugeben. Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass die Taliban in Afghanistan siegen werden. „Das könnte ein Weckruf für Dschihadisten auf der ganzen Welt werden.“

Eine spezielle US-Einheit hat Osama bin Laden vor zehn Jahren in Abbottabad, Pakistan, getötet. Der Anführer von Al-Qaida war der meistgesuchte Terrorist der Welt. Er wurde am 11. September 2001 als Chef der Angriffe in New York und Washington angesehen. Dschihadisten verehrten ihn als charismatischen Führer.

Viele junge Dschihadisten sind heutzutage desorientiert, sagte Steinberg. Wenn sich die Taliban nach dem Rückzug der USA in Afghanistan durchsetzen und „weise“ spielen würden, könnten sie Dschihadisten aus aller Welt ins Land bringen. US-Präsident Joe Biden kündigte Mitte April an, dass die US-Streitkräfte fast 20 Jahre nach Beginn der internationalen Mission aus Afghanistan abgezogen werden.

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