US-Unterhaltungskonzern: Disney macht Milliardenverlust – und setzt voll auf Streaming

US-Unterhaltungskonzern: Disney macht Milliardenverlust – und setzt voll auf Streaming

Die Mediengruppe ist tiefrot. Ein Hoffnungsschimmer ist jedoch der im März in Deutschland gestartete Disney + -Sendungsdienst.

Die neue Ausgabe der Cartoon-Story wird in Kürze im Disney + Streaming-Service verfügbar sein.

San Francisco Die Koronarpandemie traf das US-amerikanische Unterhaltungsunternehmen Walt Disney im zweiten Quartal in fast allen Filialen. Kinos und Vergnügungsparks wurden geschlossen und Werbeeinnahmen auf Fernsehkanälen brachen zusammen.

In den drei Monaten bis Ende Juni verzeichnete Disney einen Verlust von 4,7 Milliarden US-Dollar (das entspricht etwa vier Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Dienstag nach der Schließung des US-Marktes in Burbank, Kalifornien, bekannt gab. Vor einem Jahr hatte es einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz ging um 42 Prozent auf 11,8 Milliarden US-Dollar zurück.

Der im November in den USA und im März in Deutschland gestartete Disney + -Streaming-Dienst ist ein Hoffnungsschimmer für das „House of the Mouse“. Der Konkurrent von Netflix hatte an diesem Montag bereits 60,5 Millionen Abonnenten, sagte Disney-Chef Bob Chapek und sprach von „unglaublichem Erfolg“.

Vor dem Start erwartete Disney 2024 nur 60 bis 90 Millionen Abonnenten. Zuletzt brachte eine Aufnahme des Hit-Musicals „Hamilton“ Disney + neue Abonnenten.

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Disney-Aktie: Streaming-Geschäft macht Hoffnung

Disney-Aktie: Streaming-Geschäft macht Hoffnung

Trotz der tiefroten Zahlen gewann die Aktie nach dem Handelstag um mehr als fünf Prozent an Wert. To see also : RKI meldet 11.437 Neuinfektionen – Inzidenz steigt weiter. Dies scheint etwas mit der Ankündigung zu tun zu haben, dass Disney die neue Ausgabe der Comic-Geschichte „Mulan“ bei Disney + gegen eine Gebühr von 30 US-Dollar zusätzlich zum monatlichen Abonnementpreis von sieben US-Dollar zeigen möchte.

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Die Real-Life-Version des Comics von 1998, die mehr als 200 Millionen US-Dollar kostete, sollte ursprünglich im März in den Kinos gewesen sein, wurde jedoch aufgrund der Pandemie immer wieder verzögert. Aufgrund der Filmketten, die in normalen Zeiten einen großen Teil zum Umsatz von Disney beitragen, hat sich die Unterhaltungsgruppe zuvor geweigert, Disney + herauszubringen.

Der Film wird nun am 4. September auf der firmeneigenen Plattform veröffentlicht. Wenn der Plan für Disney funktioniert, könnte ein neues lukratives Geschäftsmodell für die Unterhaltungsgruppe entstehen: Anstatt dass Kinos 35 Prozent der Kinokassen verschenken, behält Disney 100 Prozent hier. Für Familien könnte der Preis auch weit unter den Kosten für den Kinobesuch liegen.

Obwohl Chapek betonte, dass der Mulan-Ansatz eine „einmalige Angelegenheit“ sei, bezweifeln Branchenbeobachter, dass Disney die jetzt eingerichtete Zahlungsinfrastruktur nur einmal nutzen wird. Der Marvel-Film „The New Mutants“ soll Ende August in die Kinos kommen, aber bisher haben in den USA kaum Theater wiedereröffnet. Die Aktien der großen Filmketten AMC, Cinemark und IMAX fielen nach der Fortsetzung.

Trotz des rasanten Wachstums hat Disney + noch nicht wie geplant Gewinne erzielt. Das Vergnügungspark-, Resort- und Kreuzfahrtunternehmen von Disney hingegen war vor der Krise ein verlässlicher Gewinn. Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahr um 85 Prozent zurück, der Betriebsverlust betrug knapp 2 Milliarden US-Dollar nach einem Gewinn von 1,7 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt erhielt die Division Sonderbelastungen in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar für die Pandemie.

Die meisten Attraktionen von Disney sind jetzt zumindest teilweise wiedereröffnet, jedoch mit strengen Kronenanforderungen, deutlich reduzierter Kapazität und ungewissen Aussichten. Die geplante Wiedereröffnung von Disneyland in Kalifornien musste verschoben und der große Vergnügungspark in Hongkong wieder geschlossen werden.

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Bei Disneyworld im US-Bundesstaat Florida, das von der Viruskrise schwer getroffen wurde, hat das Geschäft schlechter begonnen als erwartet, sagte Christine McCarthy, CEO von Disney, in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

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